Ein praktischer Blick auf Googles Cloud-Spieledienst Stadia

Ein Besucher spielt während der Gamescom in Köln am 21. August am Google Stadia-Stand ein Spiel

Die Spieler zählten bis zum Start von Googles funktionsreichem On-Demand-Angebot Stadia am Dienstag. Aber ist sein Knall so groß wie sein viel beworbenes Geld?

AFP hatte die Gelegenheit, sich im Pariser Büro des Web-Giganten vor der Markteinführung einen ersten Eindruck zu verschaffen, als Google versuchte, die Messlatte auf neue Ultra-High-Definition-Höhen in einem Schachzug zu erhöhen, um in einer geschätzten globalen Videospielindustrie mehr Gewicht zu gewinnen 135 Milliarden Dollar.

Ein Bildschirmproblem zwang das Google-Team, die Auflösung auf hochauflösende Fernsehqualität zu reduzieren, während vier der 12 Spiele getestet wurden, die zum Start verfügbar sein werden.

Trotz des Fehlers stach die grafische Qualität auf jeden Fall hervor. Nach Schätzungen des US-Tech-Riesen reicht die Rechenleistung unter der Haube aus, um sich keine Sorgen über technische Einschränkungen der eigenen Hardware machen zu müssen, die zu Verzögerungen oder Einbrüchen im Spielverlauf führen.

Schärfentiefe, Design-Finesse und Farbwiedergabe ragten bei der Präsentation von Spielen von Mortal Kombat, Destiny 2, Shadow of the Tomb Raider sowie Gylt heraus, einer Originalproduktion exklusiv für Stadia des spanischen Studios Tequila Works.

Auch die Bildflüssigkeit war in Ordnung. Während das Chromecast Ultra-Gerät von Google für Stadia-Sitzungen an einen Fernseher angeschlossen werden muss, verbindet sich ein benutzerdefinierter Stadia-Controller über WLAN direkt mit den Google-Servern, auf denen die Spielesoftware gehostet wird.

Im Wesentlichen sind Bildschirme nur Fenster zum Anzeigen von In-Game-Aktivitäten, die in Rechenzentren verarbeitet werden.

In Bezug auf die Nutzung ist es in Bezug auf die nahtlose Reaktion auf dem Bildschirm auf Joystick-Bewegungen vergleichbar mit der Verwendung einer Heimkonsole, obwohl Stadia darüber hinaus für viel kürzere Startzeiten wirbt.

Google möchte mit seinem Stadia-Spieledienst Spiele in Konsolenqualität auf jedes verbundene Gerät bringen
Google möchte mit seinem Stadia-Spieledienst Spiele in Konsolenqualität auf jedes verbundene Gerät bringen

Während es einige Stunden dauern kann, ein gekauftes Spiel auf einer Konsole zu installieren, geht Stadia in Sekunden an den Start.

Selbst ein kleiner Testlauf mit wenigen Servern konnte nicht alle Fragezeichen auslöschen. Entscheidend ist die Qualität und Stabilität der Verbindung, wenn ab dem 18. November der erwartete Ansturm der Konkurrenten einsetzt.

Berechnet Pendeln?

Eine weitere Unbekannte ist, inwieweit man auf verschiedenen Medien abseits der eigenen vier Wände spielen kann. Stadia verspricht, Gamern die Möglichkeit zu geben, eine Session am Fernseher zu starten und dann beispielsweise beim Pendeln auf ein Smartphone umzusteigen.

Diese Funktionalität wird nicht sofort verfügbar sein, obwohl es möglicherweise möglich ist, zwischen Medien zu wechseln, vorausgesetzt, man verwendet ein Google Pixel oder einen Computer und stellt eine Verbindung über WLAN her, um sicherzustellen, dass Spieldaten schnell und zuverlässig über das Internet übertragen werden.

Eine Roaming-Option ist ins Auge gefasst, aber wann sie verfügbar sein wird, steht noch nicht fest.

Außerdem ist vorerst eine kabelgebundene Verbindung erforderlich, um den Controller sofort mit einem Computer oder Smartphone mit TV-Gaming zu verbinden.

Ein weiteres Problem bei der aktuellen Konfiguration von Stadia ist der begrenzte Katalog. Bisher sind nur 12 Spiele verfügbar – ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu PC- oder Konsolen-Titelangeboten.

Ein begeisterter Gamer, der auf der Suche nach sehr hoher Grafikqualität und fast ohne Verzögerung oder Downscaling ist, wird dieses Privileg mit einem 4K-fähigen Fernseher, einem Smartphone der Spitzenklasse und einer Hochgeschwindigkeits-Internetverbindung in Anspruch nehmen müssen.


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